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veröffentlicht am 15.03.2019

FridaysForFuture: "Die Veränderung wird kommen"

Weltweit gehen junge Menschen auf die Straße, um für den Klimaschutz zu protestieren. Wir haben mit Katharina Rogenhofer, Organisatorin von "FridaysForFuture" in Österreich, gesprochen.

Jeden Freitag um 12 Uhr wird es laut auf dem Heldenplatz in Wien. Mit bunten Schildern und lauten Gesängen protestieren junge Menschen hier für mehr Klimaschutz. Sie gehören zur „FridaysForFuture“-Bewegung, die von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg ins Leben gerufen wurde. Seit August 2018 demonstriert sie jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament. Aufhören will sie damit erst, wenn die Regierung endlich handelt. Mittlerweile inspirierte sie unzählige junge Menschen weltweit, ihren Frust über untätige Politikerinnen und Politiker zu äußern. Am 15. März findet nun ein weltweiter Klimastreik statt: In 105 Ländern rund um den Globus gehen Schülerinnen, Schüler und alle, die sie in ihrem Vorhaben unterstützen, auf die Straße, um sich für eine ambitionierte und mutige Klimapolitik einzusetzen.

Auch Greenpeace unterstützt den weltweiten Protest. Die Umweltschutzorganisation fordert jetzt die österreichische Regierung auf, endlich wirksame, klimapolitische Maßnahmen zu ergreifen. Anlässlich des Klimastreiks haben wir mit Katharina Rogenhofer gesprochen, Co-Initiatorin der "FridaysForFuture"-Bewegung in Österreich.


Wie bist du auf die Idee gekommen, in Wien eine "FridaysForFuture"-Demonstration zu organisieren?

Über mein Praktikum bei der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen habe ich beim Klimagipfel in Katowittz Greta Thunberg kennengelernt. Greta ist eine 16- jährige, schwedische Umweltaktivistin, die seit Monaten jeden Freitag vor dem Parlament sitzt anstatt in die Schule zu gehen. Ihre Rede in Kattowitz zu Klimastreiks und mangelnder Klimamaßnahmen ging um die Welt. Greta hat auch bei der Klimakonferenz gestreikt – und sich einfach mit ihrem Schild vor alle Leute vor Ort hingesetzt. Das war ein sehr starkes Zeichen und gemeinsam mit zwei Freunden, die ebenfalls auf der Konferenz waren, habe ich dann beschlossen, dass auch in Österreich etwas passieren muss.

Wer ist "FridaysForFuture“? Wie seid ihr organisiert?

"FridaysForFuture" ist eine dezentrale Jugendbewegung. Inspiriert sind die Klimastreiks durch Greta Thunberg, doch es gibt keine zentrale Organisation, die dahintersteht. Mittlerweile gibt es Streiks in über 105 Ländern und über 1000 Städten. Die Initiativen in allen Ländern entstehen aus der Motivation tausender junger Menschen, die in „FridaysForFuture“ eine Möglichkeit sehen, ihre Zukunft in die Hand zu nehmen und für das einzutreten, was ihnen wichtig ist – eine ambitionierte und mutige Klimapolitik.


Was unterscheidet euch von anderen Bewegungen?

Bei "FridaysForFuture" sind vor allem junge Menschen beteiligt. Außerdem sind wir international sehr gut vernetzt. Dass eine Bewegung in wenigen Wochen über 70 Länder erfasst, gab es in dieser Form noch nie. Ich glaube, diese beiden Aspekte machen die Bewegung einzigartig.

Was sind eure Forderungen?

Unsere große Forderung ist eine Klimapolitik, die mit dem 1,5°C Ziel von Paris vereinbar ist. Wenn wir so weitermachen wie bisher, steuern wir auf eine Erderhitzung von 3-4°C zu. Deshalb muss die Verringerung von Treibhausgasen wie CO2 oberste Priorität sein. In Österreich steigen die Emissionen aber an. Wir brauchen daher dringend eine ökosoziale Steuerreform, die durch Besteuerung aller emittierten Treibhausgase einen Anreiz schaffen soll, weniger CO2 in die Luft zu schleudern. Genauso brauchen wir einen konsequenten Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Dazu muss der öffentliche Nah- und Fernverkehr massiv ausgebaut und für alle leistbar gemacht werden.


Es gibt auch kritische Stimmen, die meinen, dass die Proteste nichts verändern können. Was sagst du dazu?

Da kann ich nur Folgendes entgegnen: In den Niederlanden trat die Umweltministerin zurück, in Basel wurde der Klima-Notstand ausgerufen und in Deutschland wurden die Schülerinnen und Schüler zur Kohlekommission eingeladen. Und wir sind erst am Anfang. Mit immer mehr Städten und Ländern und damit jungen Menschen, die ein Bewusstsein für die Klimakrise haben, wird der Druck steigen. Um es mit Gretas Worten zu sagen: die Veränderung wird kommen, ob es Politikerinnen und Politiker nun wollen oder nicht.

Was wünscht ihr euch von den Schulen und Eltern?

Mehr Unterstützung! Schulen sind unter anderem dazu da, um uns zu lehren, dass wir eine politische Stimme haben und unsere Mitbestimmung in einem demokratischen System ernst nehmen. Das tun wir gerade. Wir bekommen allerdings auch viel Unterstützung von Eltern, Omas, Opas und anderen motivierten Erwachsenen. So gibt es in Wien bereits eine „ParentsForFuture“ Gruppe, die uns tatkräftig unterstützt. Und viele Schulen und Lehrende sind ebenfalls tatkräftig dabei, den 15. März richtig groß zu machen!

Unterzeichne jetzt die Klima-Petition von Greenpeace, um für den Schutz unseres Planeten und unserer Zukunft einzutreten: https://energie.greenpeace.at/klimaschutz

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