veröffentlicht am 13.01.2022

EU-Taxonomie: Atomstrom und fossiles Gas sind nicht “grün”!

Die EU plant, Atom und Gas unter bestimmten Umständen als grüne Energieformen einzustufen. Das ist ein Skandal, denn damit würden Milliarden für die echte Energiewende verlorengehen.

Die EU hat sich Klimaschutz an die Fahnen geheftet und will künftig mehr in grüne Projekte investieren. Doch der von der EU-Kommission zum Jahreswechsel vorgelegte Entwurf der sogenannten Taxonomie lässt befürchten, dass es dabei zu Greenwashing kommt. So sollen auch Investitionen in Atomstrom und fossiles Gas unter bestimmten Voraussetzungen als “grün” gekennzeichnet sein. Für Greenpeace ist das ein Skandal. Bis zu 560 Milliarden Euro könnten so in gefährliche Atomkraft statt in erneuerbare Energieträger wie Wind und Sonne gelenkt werden. Mit diesen 560 Milliarden Euro könnten 700 Gigawatt an zusätzlicher Solarenergie geschaffen werden. Das deckt sich mit dem Zuwachs an Sonnenstrom, den die Europäische Union benötigt, um auf dem 1,5-Grad-Klimapfad zu bleiben.

Jeder Euro für Atom und Gas ist ein verlorener für echte grüne Energie

Die EU darf der Atom- und Fossillobby nicht nachgeben. Bis 21. Jänner 2022 haben die Mitgliedsländer Zeit, um Stellungnahmen abzugeben. Greenpeace fordert von der österreichischen Regierung, Widerstand gegen diesen dreisten Versuch des Greenwashings schmutziger und klimaschädlicher Energieformen zu leisten. Umweltministerin Leonore Gewessler hat angekündigt zu klagen, sollte Atomstrom als “grün” eingestuft werden. Die österreichische Regierung darf nicht nachlassen, muss und muss alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um den Katastrophenvorschlag auf EU-Ebene zu verhindern. Klimaförderungen müssen zur Gänze in echte nachhaltige Technologien fließen. Jeder Euro, der in die Atom- und Gasindustrie investiert wird, zementiert einen gefährlichen und klimaschädlichen Pfad für Europa.

Fossiles Gas und Atomkraft schädigen Umwelt und Klima

Die EU hat angekündigt bis 2050 klimaneutral zu sein. Fossiles Gas besteht zu einem Großteil aus Methan, das rund 80 Mal klimaschädlicher als Kohlendioxid ist. Atomenergie birgt nicht nur die Gefahr von Katastrophen wie in Fukushima oder Tschernobyl und die ungelöste Frage der Lagerung giftigen Mülls. Über den ganzen Lebenszyklus betrachtet - von Abbau und Aufbereitung des nötigen Urans und den Kraftwerksbau über die Energiezufuhr bis hin zur Endlagerung - fallen erhebliche Mengen klimaschädlicher Treibhausgase an. Weder Atomstrom noch fossiles Gas sind damit geeignete Mittel im Kampf gegen die Klimakrise und haben in grünen Fördertöpfen nichts verloren.

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