veröffentlicht am 14.04.2021

AUFGEDECKT

OMV steht im Verdacht mit Investigationsfirmen Mitglieder von Greenpeace und Fridays For Future zu überwachen

Greenpeace hat Hinweise erhalten, dass die OMV unter Generaldirektor Rainer Seele mit dubiosen Investigationsfirmen zusammenarbeitet, die dafür bekannt sind KlimaschützerInnen ins Visier zu nehmen. Wir kritisieren gemeinsam mit Fridays For Future Austria diese potentielle Zusammenarbeit mit Spionage-Profis scharf und fordern lückenlose Transparenz und Aufklärung.

Nach einem Bericht des Magazins “Dossier” warnen Fridays For Future Austria und Greenpeace eindringlich vor der zunehmend ausufernden, systematischen Überwachung der Zivilgesellschaft durch die Öl- und Gasindustrie. Hinweise, die an uns herangetragen wurden, werfen konkrete Fragen zur Zusammenarbeit des Öl- und Gaskonzerns OMV unter Generaldirektor Rainer Seele mit dubiosen Investigativfirmen auf, die sich auf die systematische Überwachung von KlimaschützerInnen spezialisiert haben. Es handelt sich um Firmen wie das internationale Spionageunternehmen “Welund”. Welund wird OMV-intern als “targeted activism intelligence provider”, also als Spezialist für die Überwachung von AktivistInnen angepriesen, der die MitarbeiterInnen des Konzerns mit täglichen Informationen zu globalen aktivistischen Ereignissen versorgt und darüber hinaus auch nicht näher definierte “OMV-spezifische” Informationen zusammenstellt.

Welund, gegründet von einem ehemaligen britischen MI6-Geheimagenten, ist bekannt dafür, mit der Angst großer Konzerne vor zivilgesellschaftlichem Einsatz Geschäfte zu machen. Vor allem Umweltbewegungen werden als “existenzielle Bedrohung” für die KundInnen im Öl- und Gasbereich inszeniert. Gemeinsam mit Fridays For Future Austria fordern die sofortige Offenlegung sämtlicher Verträge mit Investigativ-Firmen und die Herausgabe aller gesammelten Informationen über Aktivistinnen und Aktivisten. Eine zukunftsfähige Neuorientierung der OMV kann nur durch Abkehr vom klimaschädlichen Öl- und Gasgeschäft erfolgen, Scheinlösungen wie die Borealis-Fehlinvestition reichen nicht mehr aus.

Wir forderten Anfang April OMV-Chef Rainer Seele dazu auf, Stellung zu den Hinweisen auf Überwachung der Umweltbewegung zu beziehen. Dabei haben wir die Offenlegung sämtlicher Verträge mit Investigativfirmen zum Zweck der Überwachung der Zivilgesellschaft und vollständige Transparenz hinsichtlich gesammelter Daten. Die OMV ist dieser Aufforderung nach voller Transparenz nicht nachgekommen sondern hat in ihrem Antwortschreiben Zuflucht in generischen Compliance-Regeln gesucht und die Vertraulichkeit von Auftragsbeziehungen vorgeschoben. Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Missstände. Die OMV muss sämtliche Verträge mit Spionage-Firmen offenlegen und alle gesammelten Informationen über Aktivistinnen und Aktivisten unverzüglich und vollständig rausrücken. Die OMV muss endlich auf einen zukunftsfähigen Kurs gebracht werden. Auch appellieren wir an die politisch Verantwortlichen, konkret Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler und den zuständigen Finanzminister Gernot Blümel, die Zivilgesellschaft vor solchen zwielichtigen Überwachungsmethoden durch teilstaatliche Konzerne zu schützen.

Eine detaillierte Recherche zur Überwachung von UmweltaktivistInnen und dem aktuellen Fall der Zusammenarbeit der OMV mit dem Investigativspezialisten Welund finden Sie hier: http://bit.ly/GPFactsheet_Investigativfirmen

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